Warum heißt unsere Schule Wilhelmi-Gymnasium?

Johann David Carl Wilhelmi wurde am 17. März 1786 zusammen mit seinem Zwillingsbruder im Haus seiner Großeltern am Kornmarkt in Heidelberg geboren. Sein Vater war Pfarrer, und die Familie lebte eigentlich in Odernheim am Glan. Aufgrund der unruhigen Zeit und während der Revolutionskriege flüchtete die Familie mehrmals nach Heidelberg zu den Eltern der Frau Wilhelmi.

Die beiden Brüder wurden so in frühester Kindheit mit Krieg und Leid konfrontiert; sie erlebten die Plünderung des Heimatortes und ihres Elternhauses. Nachdem das linke Rheinufer französisch geworden war, ließ sich der Vater 1798 nach Hilsbach versetzen. Gemeinsam besuchten die Zwillingsbrüder, die bisher vom Vater zu Hause unterrichtet worden waren, das Gymnasium in Heidelberg und schrieben sich 1804 als Studenten der Theologie an der dortigen Universität ein. Die beiden Brüder hatten ein sehr inniges Verhältnis zueinander und trennten sich erst 1807. Carl versah als Vikar und später als Pfarrverweser seinen Dienst nacheinander in Ziegelhausen, Kirchheim, Weinheim und Sinsheim, während sein Bruder als Vikar zum Vater nach Hilsbach zog. Carl wurde dann 1811 mit 25 Jahren nach Dilsberg “befördert”; dies gab ihm finanzielle Sicherheit, sodass er am 31. März desselben Jahres in Mauer die Tochter des dortigen Pfarrers und Kirchenrates, Wilhelmina Wittich, heiraten konnte.

Er fand neben der seelsorgerischen Pflege der evangelisch-reformierten Gemeinde noch Zeit, sich mit wissenschaftlichen Studien zur Welt- und Völkergeschichte zu befassen. Des Weiteren leitete er eine “Diöcesan-Schullehrerlesegesellschaft”, der seit 1810 alle Pfarrer und Schulmeister angehören mussten. Sein Freundeskreis war groß, und sein Amt ließ ihm genügend Freiraum, um im Sommer zum Beispiel ausgiebige Wanderungen zu unternehmen und sich seiner Familie zu widmen. Sechs von acht Kindern wurden in seiner Zeit in Dilsberg geboren, zwei starben dort nach wenigen Monaten.

1819 verließ Wilhelmi den Dilsberg, wo er “größte Not und Elend” erlebte, und ging als Pfarrer nach Sinsheim. Seine Anfangsjahre waren ausgefüllt mit intensiven Bemühungen, die lutherische und die reformierte Kirche in Baden zu vereinigen. Es ist mit sein Verdienst, dass 1821 der Zusammenschluss der beiden Kirchen zustande kam, und weil seine jüngste Tochter in diesem Jahr das Licht der Welt erblickte, wurde sie auf den beziehungsreichen Namen „Concordia“ getauft.

Hier, in Sinsheim, begann er auch 1827 mit der Ausgrabung der sogenannten “14 Todtenhügel” und gründete 1830 die „Sinsheimer Gesellschaft zur Erforschung der vaterländischen Denkmale der Vorzeit”. Am 2. Mai fand im folgenden Jahr die erste Generalversammlung statt, und Wilhelmi wurde als erster Direktor gewählt. Insgesamt war er bei rund 40 Gesellschaften und Orden Mitglied, 1844 wurde er sogar Ehrenvorsitzender des Altertumsvereins für das Großherzogtum Baden. Er gilt als Begründer der Altertumsforschung im deutschen Südwesten.

1846 wurde Wilhelmi Dekan in Sinsheim; er galt als ein Muster an Ordnung, Pünktlichkeit und Treue, „ein Mann streng gegen sich, mild und gerecht gegen andere”. Während seiner Zeit in Sinsheim entstand eine Vielzahl literarischer Schriften und Abhandlungen mit religiösen oder geschichtlichen Themen, deren Veröffentlichungen 1825 begannen.

Nachdem seine Frau verstorben war, heiratete er 1852 Amalia Fröhner aus Stuttgart. In glücklicher Ehe lebte und wirkte er bis Ende 1856, dann gab er krankheitsbedingt seine Dekanatsgeschäfte auf. Ende März befiel ihn erneut eine Krankheit, an der er am 8. April 1857 starb.

Die Stadt Sinsheim hat ihm zu Ehren eine Straße benannt, seine Ruhestätte auf dem Friedhof in Schutz und Pflege genommen und 1954 unserer Schule seinen Namen gegeben.