Das Wilhelmi tanzt

Eigentlich ist es ja so, dass man in der Schule stillsitzen muss und nicht rumhampeln darf und auch rhythmisches Klatschen ist doch recht selten gefragt in den Klassenzimmern. Aber manchmal ist es eben auch anders, zum Beispiel dann, wenn zehn junge Männer aus Gambia, derzeit wohnhaft in Sinsheim, zu Besuch am Wilhelmi-Gymnasium sind und ihre Djemben dabei haben. Zwei Tage lang kamen alle achten, neunten und zehnten Klassen in den Genuss eines besonderen Musikprojekts mit Mitmach-Effekt, dem sich nahezu keiner entziehen konnte.



Unter der Leitung des Heidelberger Musikers Michael Schneider, der zunächst in den Flüchtlingsunterkünften Musik von und für Flüchtlinge organisierte, treten die jungen Gambier mit ihren Trommeln mittlerweile in der ganzen Region bei verschiedensten Gelegenheiten auf und bringen selbst die unbeweglichsten Menschen zum Tanzen. Natürlich bildeten die Wilhelmi-Schülerinnen und -Schüler einschließlich ihrer Lehrer da keine Ausnahme und irgendwann standen alle im großen Kreis, tanzten zum Rhythmus der Trommeln, bunt durcheinander gemischt und in ständiger Interaktion mit den Tänzern, die immer wieder neue Schritte zeigten und alle mitnahmen. Am schönsten war es dabei zu beobachten, wie die Tänzer und Trommler den Schülerinnen und Schülern Zeit gaben, sich auf die Musik, den Gesang und die Situation einzulassen, dann aber ebenso unnachahmlich charmant wie natürlich nach und nach die Jugendlichen an der Hand nahmen, zum Tanzen brachten, bis schließlich das Eis vollständig gebrochen war. Man sagt so leichthin, wie universell Musik doch sei und dass es in der Musik keiner Worte bedürfe, um Menschen zu verbinden. Und doch ist es sehr bewegend und faszinierend zu sehen, wie es tatsächlich funktioniert.