Schüleraustausch mit Longué

Kaum hatte das neue Schuljahr begonnen, fuhren 32 Schüler des Wilhelmi-Gymnasiums und 7 Schüler der Kraichgau-Realschule zu einem 9-tägigen Schüleraustausch in unsere Partnerstadt Longué im Loiretal. Die Aufregung im Bus stieg merklich an, als das Straßenschild Longué zum ersten Mal zu lesen war: Schnell wurden nochmals Vokabeln erfragt für das erste Zusammentreffen mit der noch unbekannten französischen Gastfamilie.

Am nächsten Morgen erzählten dann alle eifrig von ihrem Austauschpartner, der Gastfamilie, neuen kulinarischen Entdeckungen beim Abendessen, dem französischen Frühstück … und durften schon kurz darauf in der Wassermühle Sarré ihr eigenes Brot backen und Foueés mit Rillette,eine Spezialität der Gegend, kennenlernen. Das Troglodytenmuseum in Rochemenier zeigte, wie viele Bauern im Loiretal die billige und praktische Möglichkeit nutzten, ihre Häuser in den Fels zu graben.

Am Freitag stand ein Ausflug nach Nantes auf dem Programm. Nach der Stadtrallye faszinierte uns das Karussell der Meereswelten mit phantastischen Meerestieren aus den Romanen von Jules Verne ebenso wie der große Elefant, auf dem bis zu 50 Besucher einen Spazierritt über das Gelände der ehemaligen Werft machen können. Zeit für Unternehmungen mit den Gastfamilien gab es am Wochenende: Viele besuchten das Weinlesefest in Saumur oder trafen sich in größeren und kleineren Gruppen zu gemeinsamen Unternehmungen.

Am Montag waren wir gespannt auf den Besuch unserer jeweiligen Partnerschulen François Truffaut und Saint Joseph. Surveillants gibt es bei uns nicht, ein CDI auch nicht, das kannten wir nur aus den Französischbüchern! Unterricht mit mehr oder weniger motivierenden Lehrern und mehr oder weniger disziplinierten Schülern dagegen kam uns bekannt vor. Auch das Mensaangebot wurde verglichen! Am Nachmittag erkundeten wir unsere Partnerstadt Longué. Wir besichtigten die Kirche Notre Dame de la Legion d'Honneur, die neu restaurierte Wassermühle von Longué, spielten Boule-de-Fort (auch das eine Besonderheit der Region!) mit einigen älteren Herren des ortsansässigen Clubs und wurden vom Bürgermeister, Herrn Mortier, im Rathaus empfangen.

Der Dienstag führte uns nach Amboise. Leonardo da Vinci hat dort im Herrensitz Clos-Lucé auf Einladung von François I seine letzten drei Lebensjahre verbracht. Wir staunten nicht schlecht über diesen genialen Künstler und Erfinder. Im Museum und dem dazugehörigen weitläufigen Park kann man Modelle von Maschinen bewundern, die nach den Plänen Leonardo da Vincis gebaut wurden. Bei einem Stadtbummel in der Altstadt von Tours war Gelegenheit, ein Mitbringsel für zu Hause zu kaufen oder die Sonne in einem Eiscafé zu genießen.

Der gemeinsame Ausflug mit den französischen Partnern am letzten Tag unseres Aufenthalts an das Meer in das malerische Städtchen Guérande und zu den Salzfeldern war ein gelungener Abschluss! Nachdem wir bei einer Führung gelernt hatten, warum das 'Fleur de Sel' so viel besser, allerdings auch teurer ist als gewöhnliches Meersalz, fuhren wir weiter in den Fischer- und Badeort la Turballe. Trotz des grauen Himmels vergnügten wir uns am Strand und kamen in bester Stimmung am Abend nach Longué zurück.

Beim Abschied gab es Tränen, was zeigt, dass manche sich wirklich ins Herz geschlossen hatten! Wir freuen uns auf den Gegenbesuch der französischen Gruppe vom 30. März bis zum 7. April 2017 und bedanken uns ganz herzlich bei den französischen Kolleginnen, die unseren Austausch vorbereitet und betreut haben: Merci Mireille Cochennec, Nadine Mortier et Maëlle Raguènes

(R.Ehret und B. Strnad)