Spielzeit 2016/17


Die Theater-AG des Wilhelmi bei den Heidelberger Schüler-Theater-Tagen

Aufführungen jetzt auch bei uns im Musiksaal: Samstag, 01.07. und Sonntag, 02.07. jeweils um 19 Uhr.
Kartenvorverkauf: Buchhandlung Doll, Sekretariat WHG

Lampenfieber, Vorfreude und auch Stolz leuchten aus den Gesichtern der Mitglieder der Theater-AG des Wilhelmi-Gymnasiums Sinsheim. Sie drängen sich um ihre Leiterin Uta Kissenbeck, die letzte Worte an ihre Schüler richtet. Sechsundzwanzig Schüler von 12 bis 18 Jahren mit Wurzeln in sieben verschiedenen Staaten – heterogener könnte eine Gruppe kaum sein; und trotzdem ziehen alle an einem Strang. „Das ist normal“, so die Lehrerin, „Theaterspielen schweißt zusammen und dieses Jahr ist etwas ganz Besonderes.“ Das Besondere ist, dass die Jugendlichen ihr Stück auf einer Profi-Bühne präsentieren dürfen. Sie sind Teilnehmer der 31. Heidelberger Schüler-Theater-Tage, die vom 19. bis 24. Mai in mehreren Heidelberger Spielstätten stattfinden. Sechs Tage lang können die Schüler und Schülerinnen Aufführungen anderer Theatergruppen besuchen, an Workshops und Theaterführungen teilnehmen und sich von professionellen Theaterpädagogen coachen lassen. Dafür wurden sie von Rektor Thomas Gißmann vom Unterricht befreit.

Der Höhepunkt ist für die 27 Jugendlichen natürlich die Aufführung ihres eigenen Stücks, das sie zusammen verfasst haben: „Sind wir Ratten?“, heißt es. Ausgehend von der Sage „Der Rattenfänger von Hameln“ haben sie überlegt, wer heutzutage Ratten fängt und womit. „Es geht um Verführung und Verführbarkeit“, so Iris (Stufe 12) und Antonia (Stufe 10) ergänzt: „Man wird schneller zur Ratte, als man denkt und die Rattenfänger sind heute nicht mehr an ihrer leuchtend bunten Kleidung zu erkennen“.

„Auf dem Weg“ lautet das Motto des diesjährigen Festivals und der Name ist auch Programm, denn die meisten Schüler-Theatergruppen sind so früh im Jahr einfach noch nicht fertig. Deshalb präsentieren sie Werkschauen, zeigen also, wie weit sie schon sind. „Ein paar Szenen sind noch nicht fertig“, sagt die Leiterin, „aber bis zu den Aufführungen in der Schule an den beiden ersten Juli-Wochenenden sind wir so weit.“ Das Stück beginnt mit einer Alltagsszene in der Schule: AG-ler schlendern herein und beginnen nach einem kurzen Warm-up das Stück „Der Rattenfänger von Hameln“ zu proben. Aber schnell macht sich Unmut breit; sie finden das Stück altmodisch, überhaupt nicht realistisch. Schließlich wisse doch heute bereits jedes Kleinkind, dass es niemals etwas von einem Fremden annehmen, geschweige denn mit ihm mitgehen dürfe. Dass es aber vielerlei Sorten Rattenfänger gibt und diese gar nicht so einfach zu identifizieren sind, zeigt sich dann in den nächsten Szenen.

Fünfundvierzig Minuten Aufführung und dreißig Minuten Besprechung später strahlen alle um die Wette. Alle sind stolz und glücklich; es gab jede Menge Applaus und Lob vom Publikum. Das Lampenfieber ist weg. „Fürs Erste“, lächelt Regina (Stufe 7), „bis zur nächsten Aufführung“.


Spielzeit 2014/15


Theater-AG der Stufen 8-12 des WHG

Körperliches Sprechen und tänzerisches Ausdrücken – Tanz- und Körpertraining am Wilhelmi-Gymnasium

Für den Schauspieler ist nicht nur die Sprache Ausdrucksmedium, sondern vor allem der Körper. Mimik, Gestik und eine bewusste Körpersprache sind sein wichtigstes Handwerkszeug. Das Projekt für das Schuljahr 2014/15 unter der Leitung von Vera Finck ist Wedekinds 'Frühlings Erwachen' (Untertitel „Eine Kindertragödie“). Es ist ein 1891 erschienenes gesellschaftskritisches Drama. Das Stück erzählt die Geschichte mehrerer Jugendlicher, deren erwachende sexuelle Neugierde auf die gesellschaftlich zementierten Prüderie ihrer Eltern und Lehrer prallt und deren sich ausdehnendes Selbstbewusstsein von den verhärteten tradierten Normen der Erwachsenwelt eingeschnürt wird.

Für unser Theaterprojekt „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind haben wir den professionellen Balletttänzer Juan Pablo Corro Campos eingeladen, der mit uns zwei Stunden intensiv trainierte. Er zeigte uns Wege auf, mittels tänzerischer Elemente darstellerisch schwierige Situationen zu abstrahieren. Einige Szenen sollen deshalb choreographisch umgesetzt werden. Das Training mit Pablo war anstrengend. Aber vor allem war es intensiv und wir hatten wir sehr viel Spaß mit diesem wunderbaren Menschen, der uns alle sehr belebt hat.

Juan Pablo Corro Campos erlangte 2005 seinen Abschluss in Performance, Choreografie und Tanzpädagogik an der Espiral Tanzschule der Universität Akademie Humanismus Cristiano, Chile. Bei Meister Patricio Bunster studierte er die Technik von Jooss und Leeder. Bis 2009 absolvierte er eine Yogalehrerausbildung an der Chilenischen Akademie für Yoga. In Chile arbeitete er mit folgenden Tanzkompanien zusammen: Espiral Kompanie, Abundanza, Catedral Kollektiv, Otux, Agua-Sacra, Alambre Kompanie, etc. In Deutschland war er an kleinen Produktionen des Unterwegstheater, des ArtOrt012 (Heidelberg), dem Nostos Tanztheater “Love Un_Limited“, des Tig7 (Mannheim), der Galerie Klausenpfad etc. beteiligt. Seit Mai 2014 arbeitet Juan an der Musikschule der Stadt Bruchsal und leitet Workshops im Raum Mannheim/Heidelberg.




Ganz und gar keine „Bruchlandung“

Die Aufführung der Unterstufen-Theater-AG des Wilhelmi-Gymnasiums am vergangenen Sonntag war von Anfang an ein Experiment: Es gab keine fertige Textvorlage und auch sonst keine bestimmten Vorgaben und Zielsetzungen – die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 bis 8 fungierten selbst als Autoren, Dramaturgen, Regisseure, Schauspieler und Bühnenbildner. Alles war offen und blieb es auch bis zum Schluss. Warum das Projekt dennoch nicht im Chaos versank und wie die Theater-AG am Ende eine gelungene Premiere auf die Beine stellte, erzählten die Schülerinnen und Schüler nach der Aufführung selbst dem Publikum. Denn mindestens ebenso spannend wie das selbstverfasste Stück war dessen Entstehungsgeschichte.



Die Arbeitsgrundlage bildete der Roman „Herr der Fliegen“ (W. Golding): eine Gruppe Jugendlicher strandet auf einer einsamen Insel und muss in der Wildnis überleben. Daraus entwickelte sich die Idee einer Forschungssituation mit Jugendlichen, die plötzlich ohne Aufsicht von Erwachsenen zurechtkommen müssen. Auf der Suche nach einem dramatischen Höhepunkt für das Stück entstand schließlich der Gedanke, dass ein skrupelloser TV-Sender einen Flugzeugabsturz simuliert, um eine Gruppe ahnungsloser Jugendlicher in dieser Extremsituation als reißerische reality-TV-Sendung zu vermarkten. Dass es am Ende dann auch eine Tote gibt, gehört bei so einem medienkritischen Plot geradezu zwangsläufig dazu.

Bei dieser Art der offenen Theaterarbeit stehen gruppendynamische Prozesse natürlich sehr im Zentrum des Projekts. Die Schülerinnen und Schüler berichteten freimütig über dominante und zurückhaltendere Charaktere während der Probenarbeiten („Auch die Stillen haben ihren eigenen Kopf…“), über das Umgehen mit Konflikten („Meistens entschieden wir uns für das, was leichter zu spielen bzw. überhaupt machbar war.“) und die große Kunst der Improvisation. Jeder habe sich seine Rolle nach eigenen Vorstellungen zusammengebastelt, wobei klar einzuordnende Typen entstehen sollten. Ein großer Vorteil dabei sei auch, dass man den selbstgeschriebenen Text viel leichter behalten könne als einen fremden. Und wenn es einmal wirklich an der einen oder anderen Stelle hakte, gab es ja auch noch die beiden Projektleiterinnen Uta Kissenbeck und Vera Finck, die die Gruppe mit viel Fingerspitzengefühl zur gelungenen Aufführung führten.


Bruchlandung

Theater AG der Wilhelmi-Unterstufe führt eigenes Stück auf

„Wie können wir überleben und wie organisieren wir uns?“ Dieser Frage gehen die jungen Akteure  der Theater-AG  Klasse 5 – 8 des Wilhelmi Gymnasiums spielerisch in ihrer Phantasie nach. Inspirationsgrundlage ist der 1954 erschienene Roman „Herr der Fliegen“ von William Golding, wobei nur der Handlungsort – eine einsame Pazifikinsel -  von den Kindern gewählt wurde. In der Kreation ihrer eigenen Geschichte finden sich die jungen Spieler auf dieser Insel wieder. Wie sie dahin gekommen sind, bleibt ihnen zunächst ungewiss. Abgeschnitten von der Außenwelt und ohne den Einfluss Erwachsener verhalten sich die Kinder je nach Charakter sehr unterschiedlich. Und wenn sie sich auch schnell einig werden, dass für das pure Überleben die Grundbedürfnisse Essen, Trinken und Schlafen notwendig sind – ebenso schnell entstehen große menschliche  Konflikte. 

Wie diese tragische Geschichte endet, können Sie miterleben am:

Sonntag, den 21.09.2014, 18 Uhr
im Musiksaal des Wilhelmi Gymnasiums Sinsheim

Kartenvorverkauf: Sekretariat des WHG (07261/ 92590), 5 / 8 Euro






Rückblick auf die vorangegangenen Spielzeiten hier als pdf-Dokument.